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16.10.2020 Chiara Burgard

Internationale Studierende in Marburg: ein Zuhause auf Zeit

„Marburg ist eine einzigartige Stadt – sie fühlt sich schon nach wenigen Tagen wie zu Hause an“, sagt Gabriele Tarutyte, eine Erasmus-Austauschstudentin aus Vilnius, Litauen. Trotz der aktuellen Zeit rund um Corona-Maßnahmen, Einreisebeschränkungen und Quarantäne-Vorschriften hat die junge Studentin es gewagt und im September 2020 ein Auslandssemester an der Philipps-Universität Marburg begonnen.

Marburg Rätsel(t)-Auflösung: Die meisten internationalen Studierenden kamen aus China

Wie die Litauerin Gabriele Tarutyte treten jedes Jahr viele internationale Studierende ein oder mehrere Hochschulsemester in Marburg an. Im Wintersemester 2019/20 studierten fast 4.000 Ausländer:innen an der Philipps-Universität. Davon kamen 412 Studierende für ein Austauschsemester oder ein komplettes Studium aus der Volksrepublik China. Beim Marburg Rätsel(t) vom 2. Oktober 2020 haben 15 von 45 Teilnehmenden richtig auf das „Reich der Mitte“ getippt. Auf @vogell_mr wartet nun ein marburgGUTSCHEIN im Wert von 10,- Euro.


Statistik über die Austauschstudiereden an der Philipps-Universität Marburg (Quelle: International Office)

Das Jahr 2020 sieht im Gegensatz zu den Vorjahren aufgrund der aktuellen Situation rund um die Corona-Pandemie ganz anders aus: Einreisebeschränkungen, der unklare Verlauf und Ausgang der Pandemie und die digitale Lehre erschweren derzeit ein Auslandsstudium. An den Orientierungsprogrammen der Fachbereiche und der Welcome Week des International Office der Universität nehmen normalerweise hunderte internationale Studierende teil – in diesem Jahr sind es  deutlich weniger. Das Team um Constanze Lipinski, Verwaltungsmitarbeiterin im Referat „Incomings: Beratung und Betreuung ausländischer Studierender“, hat in diesem Jahr eine Willkommenswoche organisiert, in der die digitalen Anteile überwiegen. „Wir möchten die internationalen Studierenden bei ihrer Zeit in Marburg unterstützen, von der Ankunft bis zur Abreise“, sagt Lipinski. Deshalb bietet das International Office Sprechstunden und Workshops für die internationalen Studierenden an, um die Strukturen der Philipps-Uni besser zu verstehen und kennenzulernen. Durch die Mitarbeit von studentischen Hilfskräften und vielen freiwilligen lokalen Studierenden finden die Neulinge schnell Anschluss in der Stadt.

„Marburgvibes“: So lebt es sich als internationaler Studi in der Universitätsstadt


Gabriele Tarutyte, eine Austauschstudentin aus Vilnius, Litauen, genießt ihre Zeit in der Universitätsstadt Marburg

Um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern, freut sich Gabriele Tarutyte besonders über den Kontakt mit deutschsprachigen Studierenden. Ihr Level ist schon auf einem sehr guten B1-Niveau – nach ihrem Aufenthalt möchte sie allerdings fließend Deutsch sprechen. Deshalb belegt sie Kurse auf Deutsch und übt auch mit den anderen internationalen Studierenden die unbekannte Sprache. Dass die Studentin in Marburg gelandet ist, ist für die junge Frau ein echter Glücksgriff: „Ich bin begeistert von der schönen Stadt, ihrer Geschichte und der Landschaft.“ Die Stimmung in der beschaulichen Stadt in Mittelhessen kann die aus Vilnius stammende Großstädterin nur als „Marburgvibes“ bezeichnen – es herrsche eben eine ganz besondere Stimmung in der Studierendenstadt.

Ob für die Politikstudentin Gabriele Tarutyte ein Besuch bei ihrer Familie in Litauen an Weihnachten möglich ist, steht derzeit noch in den Sternen. Es sei nun mal eine schwierige Zeit für Planungen. Taruyte ist umso mehr stolz auf sich, dass sie den Schritt ins Ausland und nach Marburg gewagt hat. Marburg hat das Herz der Litauerin im Sturm erobert – und wird auch nach ihrer Rückkehr ins Heimatland ein Stück Zuhause sein.

 

*Anmerkung zum Beitragsbild: Bei der internationalen Orientierungswoche im Sommersemester 2019 feierten zahlreiche internationale Studierende ihre Ankunft in Marburg bei einer Party im Max-Kade-Zentrum - Szenen, die in diesem Jahr leider nicht so möglich sind.

16.10.2020 Chiara Burgard